Das Clubtheater Berlin präsentiert in der russisch-römischen
Sauna Raritäten aus der Welt der Literatur, des Theaters und der
Musik.
Die Programme werden jeweils von Schauspielern und Musikern dargeboten.
Bei Glühwein & Gebäck dürfen Sie die Darsteller hautnah
erleben. Sie werden zunächst im Schwimmbad begrüßt, dann durch
die labyrinthisch-anmutenden „Eingeweide“ des Stadtbad geführt,
um schließlich in der wohl temperierten Sauna vier Advent-Aufgüsse
zu erleben. |
|
|
Berauscht Euch! zum 1. Advent,
Sa. 2. Dez. um 20:00 Uhr
Toxische Literatur, destilliert mit Rock’n Roll
| Schauspiel: |
Nadja Kruse, Gerhard von Druska |
| Strom-Gitarre: |
Mathias Rolf |
Seit Menschengedenken und in allen Kulturen der Erde führt der
Mensch Zustände der Selbst-Entrücktheit herbei. Sämtliche Formen
der Kunst waren und sind erweitert worden durch die Sprengung des
Herkömmlichen, auf der Suche nach dem Unbekannten. Für dieses Unternehmen
haben Künstler seit je her auf alles zugegriffen, was der
Reise dienlich schien. Goethes visionär schillernder "Faust 2" sog
die Tinte aus Strömen von Rotwein und die modernen Autoren versetzten
sich mit Hilfe von Alkohol, Opium und anderen Drogen in halluzinogene
Zustände.
Ausgehend von den Absinth-Orgien der Dichterfürsten Arthur
Rimbaud und Paul Verlaine begeben sich die musikalisch aufgeheizten
Darsteller auf eine Zeitreise durch die Epochen der Neuzeit. Begegnungen
mit Andre Breton, Karl Kraus, Lorca, Johnny Rotten, Jim Morrison,
W. Borroughs, W. Neuss, Aldous Huxley und anderen Bekennern der
halluzinogenen Zustände stehen auf dem Programm.
| „Man sollte immer berauscht
sein. Alles hängt daran: Das ist die einzige Frage. Damit
Ihr die entsetzliche Last der Zeit nicht spürt, die Euch
die Schultern bricht und zu Boden drückt, müßt Ihr Euch berauschen
ohne Unterlaß. Aber womit? Mit Wein, mit Poesie, mit
Tugend, womit Ihr wollt. Aber berauscht Euch.“ |
| Charles Baudelaire |
|
|
|
NeuRosen zum 2. Advent, Sa. 9. Dez. um
20:00 Uhr
Woody Allen meets E. E. Cummings
| Schauspiel: |
Sabine Falkenberg |
| Klarinette: |
Ralf Ehrlich |
Der „Stadtneurotiker“, der zu den besten Filmen Woody Allens
gehört, ist symptomatisch für unsere all zu menschlichen Sinnkrisen.
Während sich der Kopfmensch in der Literatur und der Kunst den
großen Fragen der Menschheit widmet, unterliegt sein Körper ganz
anderen Impulsen: sexuelle Lust, rauschhaftes Begehren.
Es ist und bleibt ein Dilemma; Intellekt und Emotion gehen verschiedene
Wege, aber genau diese Tatsache sorgt bei Woody Allen für die unnachahmliche
Tragikkomik seiner Alltagshelden.
Was passiert nun, wenn der Stadtneurotiker sein Glück mit den Gedichten
E. E. Cummings versucht? Einem Lyriker, der in seinen virtuosen
Gedichten den Träumen, der Liebe und dem Tod nachspürt. Bei
E. E. Cummings werden Redewendungen verdreht, Worte zu Lautphänomenen verklärt und Buchstaben
ganz neu buchstabiert.
So sehr Woody Allen und E. E. Cummings scheinbar auseinander liegen,
in der musikalisch-abgemischten Collage von Sabine Falkenberg und
Ralf Ehrlich treffen sie unweigerlich aufeinander.
| „Die Neurose ist eine allgemeine
psychische Verhaltensstörung von längerer Dauer. Sie ist
dadurch gekennzeichnet, dass sie erst im Laufe der Entwicklung
entstanden ist. Zur Bestätigung solcher Diagnosen müssen
organische Störungen als Ursache des Fehlverhaltens ausgeschlossen
werden. Seine ihm charakteristischen Verhaltensstörungen
vermag der Neurotiker nicht zu kontrollieren, er ist sich
seines Leidens jedoch bewusst und an sich fähig, dessen Ursachen
zu ergründen.“ |
Wikipedia
|
| „Das Schwierigste am Leben
ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten.
In meinem Fall verkehren sie noch nicht mal auf freundschaftlicher
Basis.“ |
| Woody Allen |
|
|
|
BelCanto (Uraufführung) zum 3.
Advent, Sa. 16. Dez. um 20:00 Uhr
Italienische Arien, Anekdoten und Anmerkungen
| Gesang / Schauspiel: |
Folke Paulsen |
| Klavier: |
Emin Mamedov |
Das Programm reicht von Monteverdi, Stendal, Bellini, Goethe,
Rossini, Nietzsche, Puccini bis zu Enrico Caruso. Caruso
ist nicht nur einer der berühmtesten Sänger des letzten Jahrhunderts,
sondern auch derjenige, der als erster die Möglichkeiten der Schallplattenaufnahme
und medialer Präsenz perfekt zu nutzen wusste. Seine Worte zum
Belcanto (italienisch: schöner Gesang) haben bis heute
Gültigkeit.
| „Zu einem erfolgreichen Sänger
gehören ein großer Brustkorb, ein großer Mund, neunzig Prozent
Gedächtnis, zehn Prozent Verstand, eine Menge harter Arbeit
und etwas im Herzen.“ |
| Enrico Caruso |
|
|
|
Noch einmal ein Weihnachtsfest zum
4. Advent, Sa. 23. Dez. 20:00 Uhr
Eichendorf, Fontane, Maupassant, O Henry, Ringelnatz...
| Schauspiel: |
Friedhelm Ptok |
| Percussion: |
Markus Kuchenbuch |
Der früheste Beleg für den Ausdruck Weihnacht stammt aus dem Jahre 1170:
„diu gnâde diu anegengete sih an dirre naht: von diu heizet si
diu wîhe naht.“ (Übers.: Die Gnade (Gottes) kam zu uns in dieser
Nacht: deshalb heißt diese nunmehr Weihnacht.) (J. Kelle 1858).
Schon früh wurde die Vermutung geäußert, dass der Name vorchristlichen
Ursprungs sei.
| „Hätt einer auch fast mehr
Verstand als wie die drei Weisen aus Morgenland.“ |
| Ernst Busch |
|
|