Ein Bericht für eine Akademie
nach Franz Kafka
Ein genialer Affe berichtet Hals über Kopf von seiner Menschwerdung
| Premiere: |
Freitag, 16. Februar 2007, 20 h |
| Gesang / Schauspiel: |
Gerolamo Fancellu (Rotpeter) N.N. (Impresario) |
| Regie |
Stefan Neugebauer |
Anschließend Bananenkuchen im Café Stadtbad im Bau
Der Impresario Busenau führt die Zuschauer durch das aus
Lebensbericht, Musiknummern und exzessiven Trinkgelagen bestehende
Programm seines einzigartigen Affen.
|
|
| „Als ich in Hamburg dem ersten Dresseur übergeben wurde, erkannte
ich bald die zwei Möglichkeiten, die mir offenstanden: Zoologischer
Garten oder Varieté. Ich zögerte nicht.“ |
Franz Kafka
|
Der italienische Schauspieler Gerolamo Fancellu, der erst vor
einem Jahr in „Woyzeck“ sein großartiges Debüt beim clubtheater-berlin
feierte, stürzt sich dieses mal auf Kafkas afrikanischen Helden. Fancellus
Temperament sorgt dafür, dass dieser scheinbar akademische Vortrag
Kafkas zu einem turbulenten Abenteuer gerät.
Wenn Sie gerne auf See sind, Schimpansen mögen und genügend Mut
haben, in die Höhle des Affen zu kommen, dann sind Sie herzlich
willkommen.
Hintergrundinformationen zur Aufführung
Es gibt von Kafka erhaltene Textfragmente, die von ihm nicht für
den Bericht verwendet worden sind. In ihnen ist die Rede von
einem Impresario namens Busenau,
der den Affen nach allen Regeln der Kunst vermarktet. Diese Figur
haben wir in die Geschichte integriert. Der Impresario führt
die Zuschauer in die „Akademie“ – also eine Ort, wo er den zahlenden
Akademie-Besuchern „seinen“ Affen ähnlich einem Zirkusdirektor
vorführt. Auch wenn der Affe es leid ist, immer wieder von neuem
von seiner Menschwerdung zu berichten, so ist er dennoch als
ambitionierter Varietékünstler gezwungen, diesen Bericht so unterhaltsam
wie möglich zu gestalten, da ihm anderenfalls der Erfolg versagt
bliebe.
Kafkas Affe ist in unserer Version zu der Rolle des Varietékünstlers
verdammt. Jedes von ihm geäußerte Wort, jede Gefühlsregung unterliegt
der Logik der öffentlichen Veranstaltung. Er ist angehalten, seine
persönlichsten Geheimnisse einem anonymen Publikum preis zu geben.
Das Publikum will nicht nur in sein Privatleben eingeweiht werden
(vergleichbar Fernsehshows, in denen irgendwelche Gäste irgendwelche
Probleme oder Obsessionen offenbaren), sondern es will vor allem
unterhalten werden.
Presse zu "Ein Bericht der Akademie"
|