FINNISCH oder ich möchte Dich
vielleicht berühren
von Martin Heckmanns (Kaiser Verlag)
„Ich würde gerne vielleicht könnte ich sagen wenn sie erlauben
würde ich gerne könnte ich sagen nur kurz wenn sie erlauben anfassen
was anfassen klatsch Backpfeife und wieder was gelernt.“
Ein junger Mann schickt sich selbst ein Paket, denn er möchte
die Postbotin kennenlernen, die er seit Wochen beobachtet. Er sitzt
zu Hause und wartet darauf, dass sie klingelt. Seinen Berechnungen
nach hat er noch eine Stunde Zeit, um sich auf diese Begegnung
vorzubereiten, von der er hofft, dass sie ihn aus seiner Einsamkeit
befreit. Also probt er die Situation der Kontaktaufnahme, sucht
verzweifelt nach den passenden Worten, der richtigen Haltung, der
entscheidenden Geste. Er versucht alle Eventualitäten zu bedenken
und gelangt darüber unweigerlich ins Sinnieren, ob sein größter
Wunsch überhaupt möglich ist, nämlich mit einem anderen Menschen
in einen authentischen Dialog zu treten, und das alles über das
zweifelhafte Kommunikationsmittel: Sprache.
Nachdem wir im letzten Winter „Das wundervolle Zwischending“ von
Martin Heckmanns aufgeführt haben, folgt jetzt die mögliche „Vorgeschichte“. Wieder
spielen wir in einer Sozialwohnung und wieder übernimmt Gerolamo
Fancellu die Hauptrolle.
Heckmanns Monolog führt auf virtuose Weise unsere Selbstgespräche,
denen wir erlegen sind, wenn uns ein Vorstellungsgespräch, ein
wichtiger Termin oder ein erstes Rendezvous bevorsteht, ad absurdum.
Was würden wir sagen, wenn ...
Erleben Sie einen rhetorisch begabten Einzelgänger, der aus Angst
vor einem Versagen die Flucht in imaginierte Dialogszenen antritt.
| Spielzeit: |
30. Oktober bis 5. Dezember 2008 |
| Schauspiel: |
Gerolamo Fancellu |
| Regie: |
Stefan Neugebauer |
| Spielort: |
Stadtbad Steglitz |
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Foto: Karsten Schaarschmidt
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