Emil und die Detektive
nach Erich Kästner (Premiere in Pogradec am 25.
September und eine weitere Aufführung in Tirana an der Akademie der
Künste am 27. September 2010. Eine internationale Theaterproduktion
mit 10 Schülern aus Serbien und drei Schülern aus Serbien, organisiert
vom Goethe-Institut.)

Aufführung von Emil und die Detektive
PAROLE „EMIL“. Stefan
Neugebauer inszeniert mit Schülern des „Theatercampus Pogradec“
„Emil
und die Detektive“, nach der Vorlage von Erich Kästner
"Parole Emil!" - so wird es noch einige Zeit in den
Schulen „Sami Frasheri und Fan Noli“, Tirana, „Peter Mahringer“
Österr. Schule Shkodra, „Nehemia“, Pogradec und Žarko Zrenjanin“,
Kikinda Serbien schallen. Es ist die Losung eines zusammengewürfelten
Völkchens unterschiedlichster Herkunft wie das des Theatercampus,
der jungen Berliner Bande, die den Halunken in der großen Stadt
verfolgt. Erich Kästners unsterbliche Minikrimigeschichte "Emil
und die Detektive" eröffnet den „Deutschen Oktober“ und alle
kamen, die Familien, die Klassen, und aus Shkodra die ganze Schule.
Trotz drangvoller Enge herrschte 50 Minuten lang gespannte Aufmerksamkeit.
Kinder-/Jugendtheater ohne Flimmerschnickschnack und Technogewummer
gab’s zu sehen, ohne Anbiederung an die Hiphop Szene, dafür solide
Theaterarbeit mit einem genial eingesetzten Bühnenmittel, dem weißen
Umzugskarton mal den Farben der Deutschen Bahn nachempfunden, mal
den Reiseweg oder den Ort markierend - ein Eisenbahnwaggon und
Bahnhof waren aufgestellt, wurden umgestürzt und zu einer schmuddeligen
Hotelfacade verkantet aufgetürmt bis zur Freude des jugendlichen
Publikums die wilde Jagd die Papp-Mauern sprengte. Dazwischen war
Platz für die Auftritte und Abgänge. Das Ganze lieferte kontrastreiche
Bilder in einer total schwarz ausgelegten „Black Box“. Dem anwesenden
Fernsehen entgingen sie nicht.
Nicht in Kästners 20er Jahre der Knickerbocker, sondern im Berlin
der Gegenwart hat Regisseur Stefan Neugebauer die Verfolgungsjagd
nach jenem üblen Herrn Grundeis (Rei Sheko, meisterhaft verschlagen)
angesiedelt, der Emil (Vasil Ziu, eindrucksvoll verloren) im Zug
von Tirana nach Berlin Geld geklaut hat. Tirana – Berlin anstatt
Neustadt – Berlin und eine albanische Großmutter ( Ineza Buzo,
goldig) gefielen.
Es war mehr als die vierzehntägige Routine des „Theatercampus“,
die die jungen Darsteller der 8. – 10 Klassen antrieb. Es war Leidenschaft.
Da war von Stefan Neugebauer der Funken übergesprungen, gut sein
zu wollen. Allemal textsicher auf Englisch, Albanisch und Deutsch,
choreographisch ohne Schnitzer und dynamisch, so präsentierte sich
die Spielschar des „Theatercampus“, die 6 Mädchen und 7 Jungs.
In nur 14 Tagen hat Stefan Neugebauer diese Truppe, angefangen
bei den Grundregeln der Theaterarbeit bis hin zur Ausreizung von
Begabungen, geformt. Dabei bot die „Nehemia Stiftung“ alle Voraussetzungen.
Dass die einen aus Serbien kamen und die anderen aus Albanien fiel
niemals ins Gewicht. Den Bedenken im Vorfeld widersprach die aufmerksame
Gastfreundschaft. Die serbische Schülerin Milica Samac, im Stück
der kühl reflektierende Professor, darf man vielleicht stellvertretend
zitieren: "Sie sei aus Serbien, sie habe Freunde gefunden,
und es sei die schönste Show ihres Lebens gewesen.“ So gegenüber
der „Deutschen Welle“ (DW).
Insgesamt lautstarke Begeisterung beim Publikum, dankbare Eltern
und ein zufriedener Organisator vom Goethe-Institut. Dem größten
Förderer der Veranstaltung, der Deutschen Botschaft, Tirana konnte
ein vorzeigbares Ergebnis abgeliefert werden.
Originalartikel: Siehe
Homepage der Deutschen Botschaft in Tirana

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